„Der Segen des Himmels komme über ihn!“ rief die Jungfrau. „Welch Edelmut, meinen Vater solcherart zu befreien, mir das Leben wiederzugeben! O, stets werde ich diesen Mann lieben, allzeit ihm dankbar sein; er verdient noch mehr. Aber wer ist denn dieser edelmütige Ritter?“
Adolf ließ sich auf ein Knie vor der Jungfrau nieder und rief:
„Wer anders als Euer Diener Adolf, o edle Tochter des Löwen, meines Herrn!“
Machteld blickte den Jüngling voll inniger Rührung an, hob ihn vom Boden auf und sprach:
„Adolf, mein guter Bruder, wie kann ich Euch je Eure Hingabe lohnen? O, ich weiß, was Ihr alles getan habt, um mein Schicksal zu erleichtern. Es ist mir nicht entgangen: auf mein Wohlergehen war Euer ganzes Leben gerichtet. Nun wollt Ihr gar die Ketten meines Vaters auf Euch nehmen und geht vielleicht in den Tod, um mir einen glücklichen Augenblick zu schaffen. Ich unfrohes, trauriges Ding habe das nicht verdient.“
Seltsam feurig erglänzten die Augen des Ritters. Begeistert rief er:
„Fließt nicht das Blut meiner Grafen in Euren Adern, edle Frau? Seid Ihr nicht der teure Sproß des Löwen, des Fürsten, der meines Vaterlandes Ruhm verkörpert? Nie, niemals kann ich ihm seine Wohltaten vergelten; mein Blut, mein Leben habe ich Eurem Durchlauchtigen Hause geweiht. Alles, was der Löwe liebt, ist mir heilig!“
Während Machteld ihn bewundernd anschaute, meldete ein Diener den Priester, und dieser wurde auf Adolfs Geheiß in den Saal geführt.
„Seid gegrüßt, durchlauchtige Tochter des Löwen, unseres Herrn,“ sprach er mit ehrerbietiger Verneigung, während er die Kappe seiner Kutte zurückwarf.