„Wir sind fertig,“ sagte er, „Ihr gleicht Herrn van Bethune, als ob ihr beide Kinder desselben Vaters wäret. Und hätte ich Euch nicht selbst so umgestaltet, ich würde Euch mit dem Namen des durchlauchtigsten Löwen begrüßen. Ja, glaubt es mir, ich empfinde wirklich Ehrfurcht vor Eurem neuen Gesicht.“
Die junge Machteld stand sprachlos und wie von Sinnen vor Adolf. Sie konnte sich nicht sattsehen und betrachtete abwechselnd die beiden Ritter, wie man nach der Erklärung eines unbegreiflichen Vorganges fragt. Adolf glich Herrn van Bethune so genau, daß sie hätte glauben können, ihr Vater stände wirklich vor ihr.
„Herr van Nieuwland,“ sagte Dietrich der Fuchs, „wenn Ihr Euer edles Vorhaben glücklich ausführen wollt, so ist es ratsam, daß wir schleunigst abreisen. Wenn Euch ein Feind oder ungetreuer Diener so erblickt, dann schwebt Ihr in der größten Gefahr, Euer Leben nutzlos aufs Spiel zu setzen.“
Adolf sah ein, daß er die Wahrheit sprach.
„Lebt wohl, edle Jungfrau,“ rief er, „lebt wohl und denkt zuweilen an Euren Diener Adolf.“
Sie schluckte die Tränen herunter, die schon in ihren Augen glänzten, und löste ihren grünen Schleier.
„Hier,“ sprach sie, „empfanget das aus den Händen Eurer dankbaren Schwester. Er mag Euch an mich erinnern, die Eure edle Tat nie vergessen wird. Es ist meine Lieblingsfarbe.“
Der Ritter sank auf ein Knie, als er dies Pfand empfing, und drückte es mit dankbarem Blick an seine Lippen.
„O Machteld!“ rief er, „ich habe diese Gunst nicht verdient. Möchte dereinst der Augenblick kommen, da ich mein Blut für das Haus von Flandern vergießen kann: dann werde ich mich Eurer Freundschaft und Güte würdig zeigen.“