„Es ist Zeit; bitte, unterbrecht Eure Danksagungen,“ bemerkte Dietrich.

„Lebt wohl, Machteld!“

„Lebt wohl, Adolf!“

Und der Ritter verließ rasch den Saal. Im Vorhof schwangen er und Dietrich sich in den Sattel; einige Augenblicke später hallten die einsamen Straßen der Stadt von dem Tritt zweier Pferde wieder, bis sie unter dem Genter Tor verschwanden.

[XI.]

Im Jahre 1280 hatte ein furchtbarer Brand die alte Halle am Markt völlig vernichtet. Dort war der hölzerne Turm mit allen Rechtsurkunden der Stadt Brügge in Flammen aufgegangen. Nur einige massive Mauern des untersten Stockwerkes waren verschont geblieben und mit ihnen einige Räume, welche bisweilen als Wachtstuben dienten. Die französischen Kriegsknechte hatten dies verlassene Gemäuer zum Sammlungsplatz erwählt, und hier verbrachten sie ihre freien Stunden mit Schwelgen und Spielen.

Einige Zeit nach der Abreise Adolfs van Nieuwland befanden sich acht französische Söldner in einem der entlegensten Räume der Brandstätte. Eine große tönerne Lampe beleuchtete die gebräunten Gesichter der Krieger, und kräuselnd stieg ihr Qualm zum Gewölbe empor. An den Wänden konnte man beim grellen Lampenschein noch einige Verzierungen im römischen Stile bemerken. Eine weibliche Statue ohne Hände, deren Gesicht mit der Zeit schon ganz entstellt war, stand in einer Nische des Gemachs. Vier Kriegsknechte saßen an einem schweren eichenen Tische und würfelten eifrig. Mehrere andere standen dabei und folgten aufmerksam dem Spiel. Offenbar waren diese Leute nicht zum Würfeln allein hierhergekommen: sie hatten Helme auf, und breite Schwerter hingen an ihrem Gürtel, als ob es zum Kampfe ginge.

Nach einigen Augenblicken stand einer der Spieler auf und warf ärgerlich die Würfel beiseite.

„Ich glaube, der alte Bretone hat keine sauberen Finger,“ rief er. „Das wäre doch recht sonderbar, wenn ich unter fünfzig Würfen nicht einmal gewinnen sollte. Ich habe keine Lust mehr zum Spiel, ich höre auf.“