„Ihr wollt nicht mehr spielen!“ rief der Gewinner frohlockend. „Was Teufel, Johann, Eure Tasche ist doch sicher nicht leer! – Fliehet Ihr so vor dem Feind?“
„Wage es noch einmal,“ meinte ein anderer, „vielleicht wendet sich das Glück.“
Der Söldner, der Johann genannt wurde, schwankte lange, ob er sein Glück noch einmal versuchen sollte; endlich griff er in sein Panzerhemd und zog einen glänzenden Schmuck hervor. Es war ein Halsschmuck von den feinsten Perlen mit goldenem Schloß.
„Da,“ sprach er, „ich setze diese Perlen gegen euren Gewinn: die schönste Schnur, die je am Hals einer vlaemischen Frau geblinkt hat! Wenn ich diesmal wieder verliere, bleibt mir kein Härlein von der Beute.“
Der Bretone nahm den Schmuck in die Hand und betrachtete ihn neugierig.
„Gut, es gilt!“ rief er; „in wieviel Würfen?“
„In zwei,“ antwortete Johann, „werft Ihr zuerst.“
Ein Haufen Goldstücke lag auf der Tafel neben den kostbaren Juwelen. Aller Augen folgten in beklemmender Spannung den rollenden Würfeln, und die Herzen der Spieler klopften heftig. Beim ersten Wurf schien das Glück Johann zu lächeln, denn er warf zehn, sein Genosse nur fünf. Während er sich nun der Hoffnung hingab, sein Geld wiederzugewinnen, sah er, daß der Bretone die Würfel heimlich zum Munde führte und an einer Stelle benetzte. Als er merkte, daß Trug an seinem Verluste schuld war, jagte ihm Ärger und Rachsucht das Blut zu Kopfe. Er tat aber, als habe er nichts gesehen, und meinte:
„So werft; was zaudert Ihr? Seid Ihr bange?“