REBEKKA. Nein.
KROLL. Vielleicht bestärkten Sie sie noch darin? Antworten Sie! Bestärkten Sie sie noch?
REBEKKA. Ich glaube, sie verstand mich ohnehin.
ROSMER. Ja ja, – und vor deinem Willen beugte sie sich in allem. Und da machte sie Platz. (Springt auf.) Wie konntest, – wie konntest du dies entsetzliche Spiel unternehmen!
REBEKKA. Ich glaubte, Rosmer, hier gelte es, zwischen deinem und ihrem Leben zu wählen.
KROLL (streng und nachdrücklich). Sie hatten kein Recht, eine solche Wahl zu treffen.
REBEKKA (heftig). Aber glauben Sie denn, ich hätte mit kalter berechnender Überlegung gehandelt! Denken Sie, ich wäre damals dieselbe gewesen wie jetzt, wo ichs Ihnen erzähle?... Und dann wohnen auch, glaub ich, im Menschen zwei Arten von Willen! Ich wollte Beate fort haben. Auf die ein oder andre Weise. Aber niemals glaubt ich, daß es dahin kommen würde. Bei jedem Schritt, den ich versuchte, den ich vorwärts wagte, war mirs, als schrie etwas in mir: Nicht weiter! Keinen Schritt weiter!... Und doch konnt ich nicht stehn bleiben. Ich mußte mich noch ein ganz klein wenig weiter wagen. Nur einen einzigen Schritt. Und dann noch einen – immer noch einen ... Und dann kam es ... In der Weise geschehn solche Dinge.
(Kurzes Schweigen.)
ROSMER (zu Rebekka). Und was wird jetzt aus dir? Nach diesem Geständnis?
REBEKKA. Aus mir mag werden was will. Darauf kommt wenig an.