ROSMER. Diese Frage brauch ich wohl kaum zu beantworten.

KROLL. Nun, da sind aber noch andre Fragen, – und die verlangen eine Antwort – eine vollständige Erklärung deinerseits ... Bist du damit einverstanden, daß ich eine Art Verhör mit dir anstelle?

ROSMER. Verhör?

KROLL. Ja; daß ich dich über gewisse Dinge befrage, an die erinnert zu werden dich vielleicht peinlich berührt. Siehst du, – die Sache mit deinem Abfall, – na, mit deiner Befreiung, wie du dich ausdrückst – die hängt mit so vielen andern Dingen zusammen, und darüber mußt du mir in deinem eignen Interesse Auskunft geben.

ROSMER. Lieber Kroll, frage, was du willst. Ich habe nichts zu verheimlichen.

KROLL. Schön. So sage mir denn, – was war nach deiner Ansicht der eigentliche tiefste Grund, weshalb Beate ihrem Leben ein Ende machte?

ROSMER. Kannst du darüber noch im Zweifel sein? Oder, richtiger ausgedrückt: kann man nach den Gründen forschen, die ein unglückliches krankes unzurechnungsfähiges Geschöpf bei seinen Handlungen leiten?

KROLL. Bist du überzeugt, daß Beate vollständig unzurechnungsfähig war? Jedenfalls waren die Ärzte der Ansicht, das wäre wohl kaum bewiesen.

ROSMER. Hätten die Ärzte sie einmal so gesehn, wie ich sie bei Tag und bei Nacht unzähligemal gesehn, sie hätten nicht gezweifelt.

KROLL. Damals zweifelt ich auch nicht.