ROSMER (eifrig). Was du da sagst, Kroll, ist unmöglich! Ganz und gar unmöglich! In diesem Punkte mußt du dich irren.

KROLL. Warum?

ROSMER. Weil ich bei Beatens Lebzeiten noch selbst mit mir und meinen Zweifeln kämpfte. Und diesen Kampf hab ich in vollster Einsamkeit und Verschwiegenheit durchgekämpft. Ich glaube, nicht einmal Rebekka –

KROLL. Rebekka?

ROSMER. Nun ja, – Fräulein West. Ich nenne sie kurzweg Rebekka.

KROLL. Das hab ich bemerkt.

ROSMER. Deshalb ist es mir absolut unbegreiflich, wie Beate auf diesen Gedanken kommen konnte. Und warum sprach sie nicht selbst mit mir darüber? Und das hat sie nie getan. Niemals, mit keiner Silbe.

KROLL. Die Ärmste, – sie bat und flehte, ich möchte mit dir reden.

ROSMER. Und warum hast du das nicht getan?

KROLL. Konnt ich damals einen Augenblick zweifeln, daß ihre Sinne verwirrt waren? Eine solche Anklage gegen einen Mann wie du!... Und dann kam sie zum zweitenmal – etwa vier Wochen später. Da war sie anscheinend ruhiger. Aber beim Fortgehn sagte sie: »Nun können sie auf Rosmersholm bald das weiße Roß erwarten.«