»Nichts leichter als dies, mein Teurer, entgegnete Diomede, genau das gleiche Bett ist noch bei Rondinelli zu haben. Wenn Sie es kaufen wollen, werde ich Ihnen gerne behilflich sein.«

»Tausendmal Dank, rief Roger entzückt, Sie überschütten mich mit Freundlichkeiten. Ich werde es kaufen!«

In den nächsten Tagen konnte der Graf d'Ys keinen anderen Gedanken mehr fassen, als Möbel zu kaufen, alte, echte Renaissancemöbel für sein normännisches Schloß. Und er war bitter enttäuscht, als Primoli den Kopf schüttelte und etwas nachlässig sagte, während er sich in dem Schaukelstuhl zurücklehnte und die Beine übereinanderschlug:

»Lieber Graf d'Ys, das würde ich an Ihrer Stelle doch nicht tun. Man muß die Dinge der Umgebung anpassen, in die sie gehören. Da Sie mir ja selbst erzählten, daß der Donjon Ihres Schlosses aus dem zwölften Jahrhundert und der Rest des Bauwerkes aus dem dreizehnten stammt, da außerdem dieses Schloß in der Normandie und nicht südlich des Apennin liegt, so dürften florentinische Renaissancemöbel doch nicht ganz das Richtige sein.«

»Sie haben vollkommen recht, mein lieber Diomede, sagte Roger, und ich kann Ihnen versichern, daß ich selbst schon einen ähnlichen Gedanken gehabt habe. Aber sehen Sie: es dreht sich ja nur darum, Isabella eine Freude zu machen. Ich merke es an allem, wie glücklich sie hier unten in ihrer Heimat ist, in der heiteren, geistvollen Gesellschaft dieser Stadt, die man um so lieber gewinnt, je länger man darin weilt: und ich dachte, vielleicht würde sie das allerdings ganz andere Leben in der Normandie leichter ertragen, wenn sie möglichst viel Dinge um sich sähe, die sie an Florenz erinnern!«

»Ganz im Gegenteil, fiel Primoli ein. Sie kennen die Seele der Frauen schlecht! Ganz im Gegenteil! Da ja die Täuschung doch nur oberflächlich bleiben kann, wird ihr Heimweh nicht gemildert, sondern nur verstärkt werden. Und Sie werden genau das Entgegengesetzte von dem erreichen, was Sie anstreben. Aber – fügte er hinzu, und er gab diesem Aber einen ganz besonderen Nachdruck, ohne jedoch das leicht Hingeworfene seiner Rede deswegen aufzuheben – wenn Sie der Gräfin eine Freude machen wollen, die einen wirklich tiefen Sinn hat: so kaufen Sie doch eine von den unzähligen kleinen Villen hier in den Colli und richten Sie sie so ein, wie es zur Umgebung paßt.«

Der Graf d'Ys fuhr von seinem Sessel auf:

»Wundervoll! wundervoll! rief er laut, indem er die Hände Primolis ergriff, Sie haben doch immer die besten Gedanken ..«

»Aber dieser Gedanke lag doch so nahe, so unsäglich nahe ..«, beschwichtigte jener.

»Gewiß, gewiß .. Wenn ich es jetzt überdenke .. Natürlich lag er sozusagen auf der Hand. Aber es geht ja bekanntermaßen oft genug so, daß man vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht.«