Giuseppe sah nach mir. Ich lachte:
»Es wäre für die kurze Fahrt nicht der Mühe wert gewesen. Sie wissen, daß ich es nicht vorherbestimmen kann, wann ich nachts herunterkomme ..«
Umsitzende waren auf das Gespräch aufmerksam geworden. Einige traten heran. Plötzlich fragte ein Kerl, aus welchem Lande ich sei. Wütend sprang Giuseppe auf: »Geht es dich etwas an, du frecher Hund? Willst du dich unterstehen, einen Fremden auszuforschen, der noch kein Wort zu dir gesprochen hat? Habe ich jemals gefragt? Und ich rudere ihn seit Wochen auf den Fluß hinaus?«
Ich unterbrach ihn und wandte mich an den Frager, der mich prüfend maß:
»Warum wollen Sie wissen, aus welchem Lande ich bin?«
»Ich will es Ihnen sagen: wenn Sie ein Deutscher sind, dann sollen Sie verrecken! Ich bin ein Kutscher, und ein Deutscher hat mich heute um fünf Lire betrogen ..«
»Ich bin ein Deutscher«, sagte ich ruhig und stand auf.
Ich fühlte, wie sich zwei Parteien bildeten. Giuseppe trat hinter mich:
»Schmeißt den Kerl hinaus, der die Fremden beschimpft, an denen wir unser Geld verdienen, den Lump, die Saufeule!«
Ein fürchterlicher Lärm hob an, die Wirtin jammerte und schlug die Hände ein über das andere Mal auf die breiten Hüften .. Die Tür flog auf – man hörte einen Augenblick lang das Aufklatschen des Regens – dann war tiefe Stille.