Aber Marita ließ sich nicht beirren:

»Haben Sie die Geschichte selbst erlebt?«

»Nein, ich berichte, was man mir gesagt hat.«

»Dann ist es vielleicht doch besser, wir Frauen gehen solange ins Musikzimmer.«

»Um Gottes Willen, rief Octavio, nein! Ich hätte keine Freude mehr am Erzählen. Es ist durchaus eine Geschichte für Frauen, zumal für solche, die leider nur als flüchtige Gäste in meiner schönen Vaterstadt weilen.«

Damit wandte er sich zu der jugendlichen Gräfin Voss und ihrer noch jugendlicheren Schwester Katarina von Pleß, die ihn lächelnd ansah und mit dem langen Blick ihrer blauen Augen ermutigte:

»Es ist natürlich die Geschichte einer Frau, die Sie erzählen wollen?«

»Gibt es überhaupt Geschichten ohne Frauen?«

Marita lehnte sich tiefer in ihren Sessel zurück, um sich einen besseren Halt zu geben, während Katarina sich ein wenig bückte und aus dem getriebenen Messingeimer ein neues Holzscheit in die Flammen warf, so daß einen Augenblick lang das schmale Diamantband aufleuchtete, das sie ziemlich tief am Hals über dem Ausschnitt des Kleides trug.

Octavio begann: