»Ha, wenn du sie dir aus dem Kopfe geschlagen hast,« sagte Sagloba mit einer gewissen Bitterkeit, »dann ist nichts zu tun. Aber gestatte, daß ich dir sage, daß ich dich für einen treueren Mann gehalten habe.«

Ketling erhob sich, streckte beide Hände in Fieberhast in die Höhe und erwiderte mit einer bei ihm ungewohnten Heftigkeit:

»Was würde es mir nutzen, einen jener Sterne zu begehren? Ich kann nicht zu ihnen emporfliegen, noch können sie zu mir heruntersteigen; wehe denen, die zum silbernen Mond emporseufzen!«

Aber auch Sagloba wurde zornig und begann zu fauchen. Einen Augenblick konnte er gar nicht reden, er mußte erst seine Wut überwinden; dann versetzte er in abgerissenen Worten:

»Mein Lieber, mach' mir nichts weiß; willst du mir aber Reden halten, so sprich wie zu einem Menschen, der vom Brot und Fleische lebt und nicht von Bilsenkraut ... Denn wenn ich jetzt verrückt würde und dir sagen wollte, daß diese meine Mütze luna sei, den man nicht mit der Hand erreichen könne, so würde ich mit bloßer Glatze in der Stadt umherlaufen, und die Kälte würde mir in die Ohren beißen wie ein Hund. Mit solchen Reden kämpfe ich nicht ... Eins aber weiß ich: daß dieses Mädchen drei Zimmer von hier entfernt sitzt, daß sie ißt und trinkt, daß sie einen Fuß vor den anderen setzt, wenn sie gehen will, daß ihre Nase bei der Kälte rot wird, und daß ihr im Sommer heiß ist; daß es sie juckt, wenn sie eine Mücke sticht, und daß sie luna höchstens darin ähnlich ist, daß sie keinen Bart hat. Aber auf die Art, wie du sprichst, kann man auch sagen, daß die Rübe ein Astrolog ist. Was aber Christine betrifft, so sage ich dir: wenn du es nicht versucht hast, und wenn du nicht gefragt hast, so ist das deine Sache, aber wenn du das Mädchen liebst und nun davongehst und dir dabei sagst: luna — so kannst du deine Treue wie deinen Verstand mit diesem Halm nähren, und damit basta!«

Ketling aber versetzte: »Mir ist nicht süß, mir ist bitter von der Nahrung, von der ich lebe. Ich gehe fort, weil ich muß; ich frage nicht, weil ich nichts zu fragen habe. Ihr aber beurteilt mich falsch ... Gott weiß, wie falsch.«

»Ketling, ich weiß ja, daß du ein braver Mann bist, aber diese deine Manier verstehe ich nicht. Zu meiner Zeit, da ging man zum Mädchen und sagte ihr ins Gesicht: Willst du, so bleiben wir beisammen, willst du nicht, so kaufe ich dich nicht, und jeder wußte, woran er sich zu halten habe ... Wenn einer aber ein Stock war und selbst nichts zu reden wußte, so schickte er einen Beredteren hin. Ich stand dir zu Diensten, und ich stehe es noch. Ich will hingehen, für dich reden, will dir Antwort bringen, und danach kannst du reisen oder hierbleiben.«

»Ich reise, es kann nicht anders sein, es wird nicht anders sein.«

»So kommst du zurück?«