»O, o, o,« sagte Sagloba finster. »Vertrauen wir der Gnade Gottes, daß es jetzt nicht so kommen wird, — und wenn etwas eintritt, daß Ketling sterbe?«
»Ein Unglück!« sagte nach einer Weile des Schweigens der Truchseß. » — Ja, so war's, Deyma und Ubysch, ich denk's, als wär' es heut'. Und es handelte sich auch um ein Weib.«
»Immer und ewig diese Weiber! Die erste beste Eule braut dir einen Trank, daß dir übel danach wird,« bemerkte Sagloba.
»Kränkt Christine nicht!« rief plötzlich Bärbchen.
»Hätte sich Michael in dich verliebt, dann hätten wir all das nicht gehabt!« —
Unter solchen Gesprächen waren sie zu Hause angekommen. Die Herzen pochten ihnen, als sie des Lichts in den Fenstern ansichtig wurden, denn sie dachten, Michael könne zurückgekehrt sein.
Unterdes empfing sie die Frau Truchseß, selbst sehr beunruhigt, sehr bekümmert. Als sie hörte, daß alle Nachforschungen vergeblich gewesen waren, weinte sie bittere Tränen und jammerte, daß sie den Bruder nie wiedersehen werde; Bärbchen sekundierte ihr im Wehklagen, und auch Sagloba konnte seine Bekümmernis nicht unterdrücken.
»Ich will morgen früh noch vor Tag hinaus, aber allein,« sagte er, »vielleicht kann ich etwas über sie erfahren.«
»Forschen wir lieber zu zweien nach,« warf der Truchseß ein.
»Nein, bleibt lieber bei den Frauen; wenn Ketling lebt, lasse ich es Euch wissen.«