Herr Snitko erhob die Augen zum Himmel, zum Zeichen dessen, wie unschuldig er leide; aber er wollte nicht durch Widerspruch den Alten reizen, und Herr Michael hatte ihm inzwischen befohlen, Asya zu holen. Er ging eilig hinaus, erfreut darüber, daß er auf diese Weise davonkomme. Bald kehrte er zurück und führte den jungen Tataren mit sich, der offenbar noch nichts von der Einbringung des Lipkers wußte, denn er trat kühn herein. Sein ausdrucksvolles, schönes Gesicht war auffallend bleich, aber er war schon genesen, und verband den Kopf nicht mehr mit Tüchern. Er hatte ihn nur mit einer rotsamtnen Mütze bedeckt.
Aller Augen waren auf ihn gerichtet, wie auf ein gemeinsames Ziel. Er aber verneigte sich vor dem kleinen Ritter ziemlich tief, vor dem Rest der Gesellschaft aber mit einem gewissen Trotz.
»Mellechowitsch,« sagte Herr Wolodyjowski, indem er seine scharfen Augensterne auf den Tataren heftete, »kennst du den Hauptmann Krytschynski.«
Über Asyas Gesicht flog plötzlich ein drohender Schatten. »Ich kenne ihn,« sagte er.
»Lies,« sagte der kleine Ritter und reichte ihm den Brief, den man bei dem Lipker gefunden hatte.
Asya begann zu lesen, und ehe er fertig war, kehrte die Ruhe wieder auf seine Züge zurück.
»Ich harre deines Befehls,« sagte er und gab den Brief zurück.
»Wie lange planst du den Verrat, und welche Mitwisser hast du hier in Chreptiow?«
»So bin ich des Verrats angeklagt?«