»Wie ich später erfuhr,« antwortete Nienaschyniez, »hat eine andere Bande meine Räuber überfallen, die sie bis auf den letzten Mann niedermetzelte; die schleppten Beute und Kind mit sich fort. Ich habe überall gesucht — wie ein Stein, der ins Meer gefallen, war's verloren.«
»Vielleicht habt Ihr es später einmal getroffen und habt es nicht erkannt,« sagte Frau Bärbchen.
»Das Kind — ich weiß nicht, ob es schon drei Jahre zählte — wußte kaum, daß es Asya heiße, aber ich würde es erkennen, denn es hat über jeder Brust ein Fischchen in blauer Farbe ausgestochen.«
Plötzlich sagte Mellechowitsch, der bisher ruhig im Winkel gesessen hatte, mit auffallend veränderter Stimme:
»An den Fischen würdet Ihr es nicht erkennen; viele Tataren können ein solches Zeichen haben, besonders unter denen, die an den Ufern der Flüsse wohnen.«
»Nein,« versetzte der ehrwürdige Hromyka, »nach der Schlacht von Berestetsch haben wir Tuhaj-Beys Leichnam betrachtet; er war auf dem Platze geblieben, und ich weiß, er hatte Fische auf der Brust, und alle Gefangenen trugen andere Zeichen.«
»Und ich sage Euch, viele tragen solche Fische!«
»Ja, aber aus dem feindlichen Geschlecht Tuhajs.«
Das Gespräch wurde durch den Eintritt des Herrn Leltschyz unterbrochen, der am frühen Morgen von Herrn Michael auf Vorposten ausgesandt war und eben jetzt zurückkehrte.
»Herr Kommandant,« sagte er noch in der Tür, »an der Sieroz-Furt auf der moldauischen Seite lagert ein Haufen Gesindel, der es auf uns abgesehen hat.«