»Er lebe! Wir sind zwar nur ein kleines Häuflein, die wir auf seiner Seite stehen, aber echte Krieger. Mit Gottes Hilfe werden wir es mit den Tagedieben, die nur raten und schwatzen können und den Hetman des Verrats gegen den König beschuldigen, noch aufnehmen. Die Schurken! Tag und Nacht bieten wir dem Feinde die Stirn, und sie sitzen an den vollen Fleischtöpfen und machen mit ihren Löffeln Musik. Ja, das ist ihre ganze Arbeit. Der Hetman schickt Boten über Boten aus, bittet um Hilfe für Kamieniez, sagt wie Kassandra den Fall von Ilium und Priamos Stamme voraus, und jene kümmern sich nicht darum und suchen und forschen, wer irgend was gegen den König getan hat.«

»Wovon sprecht Ihr?«

»O, nichts, ich habe nur einen Vergleich unseres Kamieniez mit Troja gemacht; aber du hast gewiß nie von Troja gehört. Wenn es nur erst ruhiger wird, so wird der Herr Hetman dir das Bürgerrecht auswirken. Mein Leben dafür! Es kommen Zeiten, in denen es an Gelegenheit nicht fehlen wird. Wenn du nur willst, kannst du dich mit Ruhm bedecken.«

»Entweder bedecke ich mich mit Ruhm, oder die Erde bedeckt mich. Ihr sollt von mir hören, so wahr ein Gott im Himmel ist!«

»Und jene dort? Was tut Krytschynski — kehrt er zurück, kehrt er nicht zurück? Was machen sie jetzt?«

»Sie stehen in den Lagern, die einen hier, die anderen dort; sie können sich schwer miteinander verständigen, denn die Entfernungen zwischen ihnen sind zu groß. Sie haben den Befehl, zum Frühling alle nach Adrianopel aufzubrechen und soviel Lebensmittel als möglich mitzunehmen.«

»Beim Himmel, das ist wichtig! Wenn in Adrianopel eine große Heeresversammlung stattfindet, so ist der Krieg mit uns gewiß. Man muß sogleich den Herrn Hetman davon benachrichtigen; auch er glaubt, daß der Krieg bevorsteht, — aber das wäre ein unfehlbares Anzeichen.«

»Halim hat mir gesagt, es heiße dort, der Sultan selbst wolle nach Adrianopel kommen.«

»Nun Gott sei Dank, und hier bei uns ist kaum ein kleines Häuflein. Unsere ganze Hoffnung ruht in dem Felsen von Kamieniez. Stellt Krytschynski etwa neue Bedingungen?«

»Sie schreiben mehr Klagen aus, als sie Bedingungen stellen: allgemeine Amnestie, Gewährung der Rechte und Privilegien des Adels, wie sie sie in alten Zeiten hatten, Beibehaltung des Ranges für die Hauptleute — das ist's, was sie wollen. Da ihnen der Sultan aber schon mehr zuerkannt hat, zögern sie.«