»Steht auf, Asya,« sagte sie zu dem knieenden Tataren, »ich war Euch immer geneigt und will Euch aufrichtig helfen. Ihr stammt aus edlem Blut, und um Eurer Verdienste willen wird man Euch das Bürgerrecht nicht versagen können; Herr Nowowiejski wird sich erbitten lassen, denn er sieht Euch schon mit anderen Augen an, und Evchen ...« hier erhob sich Bärbchen von der Bank, richtete ihr rosiges, lächelndes Gesicht empor, stellte sich auf die Zehen und flüsterte Asya ins Ohr: »Evchen liebt Euch.«

Dieser aber runzelte, von Wut erfaßt, die Stirn, griff mit beiden Händen nach seinem Schopf, und ohne zu denken, welche Wirkung seine Worte haben könnten, rief er mit heiserer Stimme: »Allah, Allah — Allah!«

Dann stürzte er aus dem Zimmer.

Bärbchen sah ihm eine Weile nach; der Ausruf setzte sie nicht allzusehr in Erstaunen, denn selbst die polnischen Soldaten gebrauchten ihn häufig, und bei der beispiellosen Erregung des jungen Lipkers sagte sie sich:

»Ein Feuerkopf! Er liebt sie wahnsinnig.«

Dann lief sie wie ein Sturmwind davon, um so schnell wie möglich ihrem Gatten, Sagloba und Evchen Rechenschaft zu geben. Sie traf Michael in der Kanzlei mit den Registern der Fahnen beschäftigt, die im Blockhaus von Chreptiow lagen. Er saß und schrieb; sie aber stürzte auf ihn zu und rief:

»Weißt du, ich habe mit ihm gesprochen. Er ist mir zu Füßen gefallen — er liebt sie wahnsinnig!«

Der kleine Ritter legte die Feder aus der Hand und sah sein Weibchen an. Sie war so belebt, so frisch, daß seine Augen strahlten und ihr entgegenlachten. Dann streckte er die Hände nach ihr aus; sie aber wehrte ihm und wiederholte noch einmal:

»Asya liebt Evchen wahnsinnig.«