»Wie ich dich!« versetzte der kleine Ritter und umschlang sie fester. —
Noch an demselben Tage erfuhren auch Sagloba und Evchen ganz genau das ganze Gespräch mit Asya. Das Mädchenherz ergab sich jetzt ganz dem süßen Gefühl und pochte wie ein Hammer bei dem Gedanken an ein erstes Zusammentreffen, und noch heftiger, wenn sie sich ausmalte, was kommen werde, wenn sie einmal unter vier Augen sich gegenüberständen. Und sie sah schon Asyas braunes Antlitz an ihren Knieen, fühlte seine Küsse auf ihren Händen und empfand jene Hingebung, in der sich das jungfräuliche Haupt auf den Arm des Geliebten senkt, und ihre Lippen stammeln: Auch ich liebe dich! Indessen küßte sie voll Rührung, Unruhe und großer Erregung Bärbchens Hände und schaute immer von neuem nach der Tür, ob dort nicht das düstere, aber schöne Bild des Tataren auftauchte.
Asya aber ließ sich in dem Blockhaus nicht sehen. Halim war zu ihm gekommen, der alte Diener des väterlichen Hauses, jetzt selbst ein angesehener Mirza unter den Tataren der Dobrudscha. Er trat ganz offen auf, denn man wußte in Chreptiow bereits, daß er der Vermittler zwischen Asya und den Hauptleuten der Lipker und Tscheremissen sei, die in den Dienst des Sultans übergetreten waren. Beide schlossen sich in Asyas Quartier ein, und Halim machte vor dem Sohne Tuhaj-Beys die schuldigen Verbeugungen, kreuzte die Hände über der Brust und harrte gesenkten Hauptes der Fragen, die ihm vorgelegt werden würden.
»Hast du Briefe?« fragte Asya.
»Nein, Effendi, man hieß mich alles mündlich sagen.«
»Nun denn, so sprich.«
»Krieg ist gewiß; zum Frühling sollen wir alle nach Adrianopel; Heu und Gerste sollen die Bulgaren dorthin bringen.«
»Und wo wird der Khan sein?«
»Durch die wilden Felder wird er geradeswegs nach der Ukraine und zu Dorosch ziehen.«
»Was hast du aus den Lagern gehört?«