»Sie brennen auf den Krieg und sehen erwartungsvoll dem Frühling entgegen, denn es herrscht Not bei ihnen, obwohl der Winter erst begonnen hat.«

»Ist die Not groß?«

»Viele Pferde sind gefallen, in Bialogrod hat sich so mancher schon selbst als Sklave verkauft, um nur bis zum Frühling das Leben zu fristen. Viele Pferde sind gefallen, Effendi, denn im Herbst gab es wenig Gras in den Steppen ... die Sonne hat es niedergebrannt.«

»Und haben sie von Tuhaj-Beys Sohne vernommen?«

»Was du mir zu sagen gestattetest, habe ich ausgerichtet; das Gerücht ging von den Lipkern zu den Tscheremissen. Aber niemand kennt die volle Wahrheit. Auch das ist bekannt, daß ihnen die Republik ihre Bedingungen erfüllen, daß sie ihnen Land geben will und sie zum Dienste unter deiner Führung aufruft. Auf das bloße Gerücht hin haben sich die ärmeren Stämme empört, sie wollen, Effendi, sie wollen, aber die anderen sagen ihnen, daß das alles nicht wahr sei, daß man in der Republik Heere gegen sie ausschicken wird, und daß es einen Sohn des Tuhaj-Bey nicht gebe. Es waren Kaufleute aus der Krim bei uns; die einen behaupteten dort, es gäbe einen Sohn des Tuhaj-Bey, die anderen, es gäbe keinen, und diese halten sie nieder; wenn es aber allgemein bekannt würde, daß du sie aufrufest, so würden sie in hellen Scharen heranströmen ... wenn ich nur sprechen dürfte.«

Asyas Gesicht strahlte vor Zufriedenheit; er ging mit großen Schritten im Zimmer auf und nieder, dann sagte er:

»Sei mir gegrüßt, Halim, unter meinem Dache; laß dich nieder und iß!«

»Dein Hund und dein Diener bin ich, Effendi,« sagte der alte Tatar.

Asya schlug in die Hände; auf dieses Zeichen trat ein Lipker ein, nahm den Befehl entgegen und brachte einen Imbiß: Branntwein, geräuchertes Fleisch, Brot, etwas Südfrüchte und eine Handvoll getrockneter Kürbiskörner, eines Gerichts, das wie die Körner der Sonnenblume bei allen Tataren sehr beliebt war.