»Du bist mir Freund, nicht Diener,« sagte Asya, nachdem sich die Ordonnanz entfernt hatte, »sei mir gegrüßt, denn du bringst gute Nachrichten. Laß dich nieder und iß!«
Halim begann zu essen, und sie sprachen kein Wort miteinander, bis er sich gesättigt hatte. Aber das war bald geschehen, und er richtete wieder seine Blicke auf Asya, seinen Worten entgegenharrend.
»Man weiß hier schon, wer ich bin,« sagte dieser endlich.
»Und nun, Effendi? ...«
»Nichts, man schätzt mich um so höher. Wenn es ernst wird, werde ich es doch sagen müssen; ich habe es nur verzögert, weil ich die Nachricht von den Horden abwarten wollte, und weil ich wünschte, daß der Hetman der erste sei, der es wisse. Aber Nowowiejski ist hierhergekommen, und er hat mich erkannt.«
»Der junge?« fragte Halim erschrocken.
»Der alte, nicht der junge. Allah hat sie mir alle hierhergeschickt, auch das Mädchen ist dabei. Daß sie der böse Geist regiere! Laß mich nur erst Hetman werden, ich will's ihnen schon zeigen! Das Mädchen wollen sie mir an den Hals hängen, gut, im Harem braucht man Sklavinnen!«
»Der Alte?«
»Nein: sie, sie glaubt, daß ich nicht sie, sondern jene liebe.«
»Effendi,« sagte Halim mit tiefer Verbeugung, »ich bin der Sklave deines Hauses und habe kein Recht, vor deinem Angesichte zu reden. Aber ich habe dich unter den Lipkern erkannt, ich habe dir bei Brazlaw gesagt, wer du bist und diene dir von stundan treu; ich habe den anderen gesagt, daß sie dich als ihren Herrn ansehen sollen; aber obgleich sie dich alle lieben, niemand liebt dich wie ich. Ist es gestattet, zu reden?«