»Freund,« rief Nowowiejski, »es ziemt sich nicht, den heiligen Rosenkranz zum Kantschu zu machen; laßt mich, ich hatte keine sündigen Absichten ...«
»Es ziemt sich nicht, sagst du, mit dem heiligen Rosenkranz zu schlagen? Das ist nicht wahr; die Palme ist am Ostersonntag auch heilig, und doch schlägt man damit. Ha, das war einst ein heidnischer Rosenkranz und gehörte dem Subhagasi; bei Sbarasch habe ich ihm diesen abgenommen, und dann hat ihn der apostolische Nuntius geweiht. Sieh her, echtes Sandelholz.«
»Ich hatte keine sündige Absicht,« wiederholte der Jüngling, »so wahr ich lebe!«
»Nur aus Frömmigkeit hast du das Loch gebohrt, wie?«
»Nicht aus Frömmigkeit, sondern aus Liebe, aus so außerordentlicher Liebe, daß ich glaube, ich müßte auseinandergehen. Warum soll ich Umschweife machen, wenn es so ist? Die Bremsen quälen im Sommer die Pferde nicht so, wie mich die Liebe quält!«
»Ei, schau', daß das nur keine sündige Begehrlichkeit sei, denn als ich hier eintrat, konntest du dich kaum auf den Füßen halten und schlugst mit den Fersen aneinander, als ob du auf Kohlen ständest.«
»Ich habe nichts gesehen, so wahr ich lebe, denn ich hatte erst einen kleinen Spalt gebohrt.«
»Ha, die Jugend, das junge Blut! Ja, ich muß mich auch bisweilen im Zaume halten, denn noch wohnt in mir ein leo qui querit, quem devoret. Wenn du reine Absichten hast, so denkst du ans Heiraten?«
»Ob ich ans Heiraten denke! Großer Gott, woran sollte ich denn denken? So wisset Ihr nicht, daß ich mich schon gestern der Frau Boska erklärt habe, und daß mir mein Vater seine Zustimmung gegeben hat?«
»Ein feuriger Bursche, hol' dich der Henker, das ist etwas anderes! Aber erzähle, wie war das?«