»Herr,« fragte Halim, »womit hat Gott dein Herz erfreut?«

Und Asya antwortete: »Halim, nach dunkler Nacht schafft Gott den Tag und befiehlt der Sonne, aus dem Meer emporzusteigen. Halim,« — hier faßte er den alten Tataren an den Schultern — »in einem Monat wird sie mein sein auf ewig!«

Und sein dunkelbraunes Gesicht strahlte in solchem Glanze, daß er schön erschien, und Halim verbeugte sich viele Male vor ihm.

»Sohn des Tuhaj-Bey, du bist groß und mächtig, und die Schlechtigkeit der Ungläubigen vermag nichts über dich.«

»Höre!« sagte Asya.

»Ich höre, Sohn des Tuhaj-Bey!«

»Wir werden ans blaue Meer ziehen, wo der Schnee nur auf den Bergen liegt, und wenn wir einmal heimkehren in diese Lande, so geschieht es an der Spitze der Scharen, zahlreich wie der Sand am Meere, wie die Blätter in diesen Wüsten — Feuer und Schwert vor uns hertragend. Du, Halim, Sohn des Kurdluk, machst dich noch heute auf den Weg; du gehst zu Krytschynski und sagst ihm, daß er gen Raschkow von jenseits mit seiner Schar kommen soll, und Adurowitsch, Morawski, Alexandrowitsch, Grocholski, Tworkowski und was von Lipkern und Tscheremissen lebt, solle mir auch entgegenziehen, und den Scharen, die mit Dorosch in den Winterlagern sind, sollen sie Meldung machen, damit sie von Human her plötzlich große Unruhen machen, damit die lechischen Kommandos aus Mohylow, Jampol und Raschkow hinausziehen in die weite Steppe. Auf dem Wege, den ich ziehe, soll kein Heer sein, dann wird, wenn ich hinausziehe nach Raschkow, nichts zurückbleiben als Asche und Trümmer.«

»Helfe dir Gott!« antwortete Halim.

Und er verbeugte sich wieder, und Asya neigte sich über ihn und wiederholte noch viele Male: »Sende Boten umher, denn wir haben nur einen Monat Zeit.«

Dann schickte er Halim fort, und als er sich allein befand, begann er zu beten, denn seine Brust war übervoll von Glück und Dankbarkeit gegen Gott.