Die vier Seiten des Waldes laufen eilig zusammen, verbinden sich zu vier Wänden und bilden das Gastzimmer in Chreptiow. Bärbchen ist darin und sieht alles ganz deutlich: im Kamin brennt ein großes Feuer, auf den Bänken sitzen wie immer die Offiziere; Sagloba neckt Herrn Snitko, Motowidlo sitzt schweigend da, schaut in die Flammen, und wenn sie knistern, sagt er mit gedehnter Stimme: »Seele im Fegefeuer, was ist dir not?« Muschalski und Hromyka spielen mit Michael Würfel, Bärbchen tritt an sie heran und spricht: »Michael, ich will auf der Bank niedersitzen und mich, ein wenig an dich lehnen, mir ist so seltsam.« Michael umfaßt sie: »Was ist dir, Kätzchen, vielleicht ...« Und sie nähert sich seinem Ohr, flüstert ihm etwas zu, und er antwortet: »O, wie ist mir seltsam!« Wie licht, wie friedlich ist diesem Gastzimmer, wie lieb ist Michael, — aber Bärbchen ist so seltsam, o, so seltsam zumute, daß eine große Angst sie befällt ...
Bärbchen ist so seltsam, daß das Fieber plötzlich nachläßt, denn schon hat sie eine Schwäche ergriffen wie vor dem Tode.
Die Gesichte schwinden, das Bewußtsein und mit ihm die Erinnerung kehren zurück.
»Ich bin auf der Flucht vor Asya« — sagte Bärbchen zu sich — »ich bin im Walde in tiefer Nacht, ich kann nicht mehr nach Chreptiow gelangen und muß sterben ...«
Kälte erfaßt ihren ganzen Körper und dringt bis ins Mark. Die Füße wanken, und sie kniet im Schnee unter einem Baume nieder.
Kein Wölkchen umschleiert jetzt ihren Geist; namenloses Leid erfaßt sie, aber sie weiß genau, daß sie stirbt, und beginnt in abgerissenen Worten ihre Seele Gott zu empfehlen.
»Im Namen des Vaters und des Sohnes ...«
Plötzlich wird ihr Gebet durch seltsame, schrille, knarrende Töne unterbrochen; sie dringen weithin und vernehmlich durch die nächtliche Stille.
Bärbchen öffnet den Mund, die Frage: »Was ist das?« erstirbt auf ihren Lippen, sie legt die zitternden Finger ans Gesicht, als könne sie's nicht glauben, und ihrem Munde entringt sich plötzlich der Schrei: