»So ist es, mein Lieb,« antwortete Michael und verbiß seinen Schmerz.

»Und du stehst wirklich neben mir?«

»So ist es. Wie fühlst du dich?«

»O, gut.«

Sie war offenbar selbst nicht sicher, ob ihr nicht das Fieber täuschende Gesichte vor die Augen führe; aber von diesem Augenblick an gewann sie ihr Bewußtsein immer mehr zurück.

Am Abend kam der Wachtmeister Luschnia mit seinen Leuten zurück und brachte den Medikus aus Kamieniez samt Arzneien. Dieser war halb tot; aber da er erkannte, daß er nicht in Räuberhänden sei, wie er geglaubt hatte, sondern daß er auf diese seltsame Weise zu einer Kranken gerufen war, ging er nach kurzer Erholung schnell an das Werk der Rettung, um so schneller, als Sagloba ihm in der einen Hand einen Beutel voll Goldstücke, in der anderen ein geladenes Pistol zeigte:

»Dies dein Lohn für das Leben, dies für den Tod.«

Noch in derselben Nacht, genau um die Dämmerung, verbarg sich die unheimliche Spinne ein für allemal, und der Ausspruch des Arztes: »Sie wird lange krank liegen, aber gesund werden,« verbreitete sich im frohen Echo über ganz Chreptiow. Als Michael es zum ersten Male hörte, stürzte er zu Boden und weinte so, daß das Schluchzen ihm die Brust zu sprengen drohte. Sagloba wurde vor Freude halb ohnmächtig, sein Gesicht bedeckte sich mit Schweiß, und er vermochte kaum auszurufen: »Trinken!« Die Offiziere umarmten sich gegenseitig.

Auf dem Maidan versammelten sich wieder die Dragoner, die Linie und die Kosaken des Herrn Motowidlo. Man konnte sie kaum davon zurückhalten, in laute Rufe auszubrechen; sie wollten durchaus auf irgend eine Weise ihre Freude bezeigen, und sie baten um einige in den Kellern von Chreptiow verborgen gehaltene Gefangene, um sie auf das Wohl der Herrin zu henken.

Aber der kleine Ritter gab ihrem Verlangen nicht nach.