»Ich, keine Barmherzigkeit für Bärbchen? Sei eingedenk Gottes!« schrie der kleine Ritter.
Sagloba fauchte zornig; aber als er in Wolodyjowskis abgehärmtes Gesicht blickte, sagte er:
»Michael, du weißt: was ich sage, das sage ich aus wahrhaft väterlicher Liebe zu Bärbchen. Wenn dem nicht also wäre, würde ich hier sitzen unter dem türkischen Schwerte, anstatt mir Muße zu gönnen im sicheren Lande, was mir in meinen Jahren niemand übel deuten könnte? Und wer hat dir Bärbchen zur Frau gegeben? Wenn's nicht so ist, so laß' mich kochendes Wasser trinken und tu' nichts dazu, daß es besser schmecke.«
»Meine Dankbarkeit für Euch ist ohne Grenzen,« antwortete der kleine Ritter.
Sie umarmten sich, und gleich herrschte zwischen beiden die schönste Eintracht.
»Ich habe es mir schon zurechtgelegt,« sagte der kleine Ritter. »Wenn es Krieg gibt, so nehmt Ihr Bärbchen und geht mit ihr zu den Skrzetuskis ins Lukower Land, bis dorthin werden die Tataren nicht kommen.«
»Ich will es tun, um deinetwillen, obgleich ich gerade an dem Türken mein Mütchen kühlen möchte. Für mich gibt es nichts Jämmerlicheres als dies Schweinevolk, das keinen Wein trinkt.«
»Ich fürchte nur eins: Bärbchen wird durchaus nach Kamieniez wollen, um in meiner Nähe zu sein. Mich überläuft es kalt, wenn ich daran denke; und doch wird sie's wollen, so wahr Gott lebt.«
»So wirst du es nicht zugeben. Ist es nicht schon schlimm genug gekommen, daß du ihr in allem nachgibst, und daß du die Expedition nach Raschkow gestattet hast, obwohl ich gleich dagegen geeifert habe?«
»Ei, das ist nicht wahr, Ihr habt gesagt, Ihr wolltet keinen Rat geben.«