Der Türke machte seine Aussagen klar, aber trotzig.

»Der Padischah ist in eigener Person da,« sagte er; »im Lager hieß es, die Paschas Halil und Murad sollen morgen mit den Mehentis ans andere Ufer übersetzen und sogleich Gräben ziehen; morgen oder übermorgen kommt über Euch das Verderben.«

Der Gefangene stemmte die Hände in die Seiten und brüstete sich mit der Macht des Sultans.

»Wahnsinnige Lechen, wie konntet ihr wagen, in unmittelbarer Nähe des Herrn seine Leute zu überfallen? Glaubt ihr, ihr werdet der furchtbaren Strafe entgehen? Soll dieses Schlößchen euch schützen? Was andere werdet ihr in wenigen Tagen sein, als Sklaven, — was seid ihr heute? — Hunde, die dem Herrn ins Angesicht kläffen.«

Makowiezki schrieb sorgfältig alles nieder; Michael aber, den die Kühnheit des Gefangenen reizte, schlug ihm bei den letzten Worten ins Gesicht. Der Türke war verdutzt und bekam Respekt vor dem kleinen Ritter; er begann auch bald sich ziemlicher auszudrücken. Als man ihn nach der Beendigung des Verhörs aus dem Saal führte, sagte Michael:

»Man muß die Gefangenen und ihre Aussagen unverzüglich nach Warschau senden, denn dort am Hofe des Königs glauben sie noch immer nicht an den Krieg.«

»Was sind diese Mehentis, mit welchen Halil und Murad übersetzen sollen?« fragte Herr von Landskron.

»Mehentis sind Ingenieure, welche die Verschanzungen und Aufschüttungen für die Kanonen vorbereiten,« versetzte Makowiezki.

»Und was denkt Ihr, Herren, hat dieser Gefangene die Wahrheit gesagt oder war alles erlogen?«

»Wenn's Euch beliebt,« antwortete Herr Michael, »kann man ihm die Fußsohlen einheizen; ich habe einen Wachtmeister, der an Asya eine Exekution vollzogen hat, und der in solchen Dingen vorzüglich ist. Aber nach meiner Ansicht spricht der Janitschar in allem die Wahrheit. Der Übergang über den Fluß wird sogleich beginnen, und wir könnten ihn nicht hinhalten, wenn wir auch hundertmal zahlreicher wären. Es bleibt uns nichts übrig, als uns aufzumachen und die Nachricht nach Kamieniez zu bringen.«