Inzwischen war der Bischof herangekommen, und da er hörte, worum es sich handle, wandte er sich sogleich zu Herrn Makowiezki und an den kleinen Ritter.

»Brave Männer,« sagte er; »ein jeder fühlt im Herzen wie Ihr, und niemand hat von Ergebung gesprochen. Ich habe hingesandt, und um einen Waffenstillstand auf vier Wochen nachgesucht. Ich habe geschrieben, in dieser Zeit wollen wir zu unserem König senden und um Entsatz und Instruktionen bitten; und dann komme, was Gott uns schickt.«

Als das der kleine Ritter hörte, verzog er wieder drohend den Mund, diesmal aber, weil ihn gleichzeitig Wut und ein wüstes Lachen fortriß über solche Auffassung des Kriegsdienstes. Er, der von Kindesbeinen an Soldat war, traute seinen Ohren nicht, daß jemand dem Feinde einen Waffenstillstand vorschlagen wolle, um Zeit zum Entsatze zu gewinnen. Er blickte Herrn Makowiezki und die anderen Offiziere an, und diese wiederum sahen ihn an. »Scherz oder Ernst?« fragten einige, dann verstummten alle.

»Ehrwürden,« sagte endlich Herr Michael, »ich habe mit den Tataren, mit den Kosaken, mit den Moskowitern, mit den Schweden gekämpft — aber von solchen Dingen habe ich nie gehört. Denn der Sultan ist hierhergekommen, nicht um uns, sondern um sich zu nützen, und wie soll er seine Zustimmung geben zu einem Waffenstillstand, wenn man ihm schreibt, daß man in dieser Zeit hübsch bequem auf Entsatz warten will!«

»Wenn er nicht darauf eingeht, so wird es eben sein, wie es jetzt ist,« antwortete der Bischof.

»Wer um Waffenstillstand bittet, der zeigt offenkundig seine Angst und seine Schwäche, und wer auf Entsatz rechnet, der traut den eigenen Kräften nicht; das hat der Heidenhund aus diesem Briefe ersehen, und das ist ein unberechenbarer Schaden,« antwortete Michael.

Als der Bischof das hörte, ward er sehr betrübt.

»Ich konnte wo anders sein,« sagte er, »und da ich in der Not meine Herde nicht verlassen habe, muß ich jetzt Vorwürfe ertragen.«

Dem kleinen Ritter tat es weh um den würdigen Prälaten, er umfaßte seine Kniee, küßte seine Hand und antwortete:

»Das verhüte Gott, daß ich hier Vorwürfe machte, aber da wir consilium halten, sage ich, was meine Erfahrung mir vorschreibt.«