Gegen Abend, als das Feuer noch ärger wurde, trat der General Potozki an Michael heran.

»Herr Oberst,« sagte er, »wir werden uns hier nicht halten können.«

»Solange sie nur schießen,« antwortete der kleine Ritter, »werden wir uns halten, aber sie werden uns durch Minen in die Luft sprengen, denn sie graben rüstig.«

»Graben sie wirklich?« fragte der General beunruhigt.

Michael antwortete: »Siebenzig Kanonen sind in Tätigkeit, und der Lärm wird kaum einen Augenblick unterbrochen; aber es gibt doch Momente der Ruhe. Wenn ein solcher kommt, so spitzt nur recht das Ohr und Ihr werdet hören.«

Sie brauchten auf einen solchen Augenblick nicht lange zu warten. Ein Zufall kam ihnen zu Hilfe. Eine von den türkischen Sturmkanonen platzte; das rief eine Verwirrung hervor. Von den anderen Schanzen schickte man hin, um anzufragen, was geschehen sei, und so entstand eine Unterbrechung im Schießen. Da traten Potozki und Michael an das äußerste Ende einer der Ausbuchtungen und horchten. Nach kurzer Zeit drang an ihre Ohren ziemlich deutlich der laute Widerhall von Spitzhacken, die in die Felswand eindrangen. »Sie arbeiten,« sagte Potozki. »Sie arbeiten,« wiederholte der kleine Ritter.

Dann verstummten sie beide. Auf dem Antlitz des Generals lag große Sorge. Er erhob die Hände und umfaßte seine Schläfen. Michael aber sagte:

»Das ist ein gewöhnliches Ding bei jeder Belagerung. Bei Sbarasch haben sie Tag und Nacht unter uns gewühlt.« Der General erhob den Kopf: »Und was hat Wischniowiezki getan?«

»Wir haben uns von den entfernteren Wällen auf die engeren zurückgezogen.«

»Und was müssen wir tun?«