»Wir müssen die Kanonen und mit ihnen, was sonst möglich ist, nach dem alten Schloß bringen, denn das alte ist auf solchen Felsen erbaut, die nicht unterminiert werden können. Ich war immer der Ansicht, daß das neue nur dazu dienen wird, dem Feinde den ersten Widerstand zu leisten, dann werden wir es selbst von fernher in die Luft sprengen müssen, und die rechte Verteidigung wird erst im alten beginnen.«
Ein kurzes Schweigen trat ein, und der General senkte wieder sorgenvoll den Kopf.
»Wenn wir aus dem alten Schlosse werden weichen müssen — wohin?« fragte er mit gebrochener Stimme. Der kleine Ritter reckte seine winzige Gestalt in die Höhe und wies mit dem Finger zu Boden.
»Ich nur dorthin!« sagte er.
In diesem Augenblick brüllten die Kanonen von neuem los, und ein Hagel von Granaten flog in das Schloß. Da bereits Dämmerung eingetreten war, sah man sie ganz deutlich. Michael reichte dem General die Hand zum Abschied und ging die Mauern entlang von einer Batterie zur anderen, überall anfeuernd und Rat erteilend. Endlich traf er Ketling und sagte: »Nun?«
»Die Granaten erleuchten alles taghell,« erwiderte dieser, indem er die Hand des kleinen Ritters drückte; »sie kargen nicht mit dem Feuern.«
»Eine mächtige Kanone ist drüben geplatzt, hast du sie in die Luft gesprengt?«
»Ja, ich.«
»Mich schläfert furchtbar.«