»Leiche auf Leiche,« sagte der kleine Ritter, indem er auf die Trümmerhaufen wies, »und an der Bresche Haufen, daß man mit den Leitern hinauf muß. Ketling, das ist das Werk deiner Kanonen.«

»Das beste,« antwortete der Ritter, »ist, daß wir die Bresche so verbaut haben, daß den Türken der Zutritt wieder verschlossen ist, und sie viele neue Minen legen müssen. Ihre Macht ist unerschöpflich wie das Meer, aber eine Belagerung wie diese müssen sie in einem oder zwei Monaten satt bekommen.«

»Während dieser Zeit kommt der Hetman, — und schließlich, was auch kommen mag, wir sind durch einen Eid gebunden,« sagte der kleine Ritter.

In diesem Augenblick sahen sie einander in die Augen, und Michael fragte mit gedämpfter Stimme:

»Hast du getan, was ich dir auftrug?«

»Alles ist vorbereitet,« antwortete ebenfalls flüsternd Ketling. »Aber ich denke, es kommt nicht dazu, denn wir können wirklich hier noch sehr viele solcher Tage wie den heutigen haben.«

»Gebe Gott ein solches Morgen.«

»Amen!« antwortete Ketling und richtete die Augen zum Himmel empor.

Ihr Gespräch wurde von Kanonendonner unterbrochen. Wieder fielen Granaten in das Schloß. Viele von ihnen platzten in der Luft und erloschen sofort wie Wetterleuchten. Ketling sah mit dem Auge des Kenners hin.

»Auf der Schanze dort, von der die Schüsse kommen,« sagte er, »sind die Zünder bei den Granaten zu stark geschwefelt.«