Er war unabhängig. Das ist das Wort, das in diesen Tagen der Maschinenmenschen besonders betont werden muß.

Die kunstreichen Ränkemacher der Politik fürchteten und haßten ihn. Er war zu tüchtig — zu ehrenhaft — zu furchtlos, um ein Mitglied der Mitglieder zu werden.

Wie Leverhulme wurde er von den Kabinettsmachern vollkommen vernachlässigt. Es ist eine auffallende Tatsache, daß D. A. Thomas 25 Jahre lang dem Parlament angehört hat und niemals ein wichtiges Amt bekleidet hat.

Im Jahre 1910 gab er die Politik auf. Es wurde ihm klar, daß er vollständig ungeeignet war, das Spiel der Politik mitzumachen. Er war kein guter Redner. Seine Stimme war schwach, und er hatte nie daran gedacht, sie auszubilden. Er hatte eher eine Verachtung für fließendes Reden: in einem Lande, das stets von redegewandten Leuten regiert worden war, entschieden ein Fehler!

Stets zog er das Geschäft der Politik vor. Das Geschäft war sein Leben. Er liebte seine Aufregungen und seine Nützlichkeit. Immerwährend las er Bücher über Geschäft.

Er war kein Zuschauer. Er war voll Energie — durchaus Tatmensch. Er liebte seinen großen Schreibtisch in seinem großen Bureau in dem Cambrian-Gebäude in Cardiff.

Er hatte einen stahlharten Willen, aber er war weder grob noch laut. Er war ein ruhiger, zäher, schlauer Mann, der alles vorauszusehen schien.

Er hatte auch Streiks, natürlich. Niemand kann die Bergleute von Süd-Wales beschäftigen, ohne Streiks zu haben. Aber selbst die Streikleiter achteten D. A. und sympathisierten mit ihm, wenn die Schlacht einmal vorüber war.

Sein ganzes Leben lang war er ein Gegner der Staatskontrolle. Sein einziger Fehler in dieser Hinsicht war sein Vorschlag, ein Gesundheitsamt zu errichten. Er widersprach der Staatsidee amtlich fixierter Löhne, ohne Rücksicht auf seine persönlichen Vor- oder Nachteile.

Er hatte eine Menge Feinde — Leute, die versucht hatten, ihn zu narren, ihn zu betrügen oder ihn zu bedrohen. »Kein Mann ist sein Salz wert,« sagte er, »der keine Feinde hat.«