Plötzlich blitzte eine neue Idee in seinem Gehirn auf — warum sollte man das Nähen mit der Hand nachahmen? Warum sollte man nicht eine neue Art des Nähens erfinden, die eine Nähmaschine ermöglichen könnte?
Sogleich dachte er daran, die Verwendung von zwei Fäden anstatt eines zu planen. Er erfand das Schiffchen und eine krumme Nadel mit einem Öhr in der Nähe der Spitze. Mit einem Schlage hatte er das Problem gelöst. Eine brauchbare Nähmaschine war erfunden.
Voll Freude gab er seine Stellung auf und zog mit seiner Familie in das Haus seines Vaters, um seine große Erfindung zu vervollständigen.
In der Dachkammer richtete er sich eine kleine Werkstatt ein und begann Geld zu sparen, um eine gebrauchte Drehbank zu kaufen.
Da brach ein Feuer aus und vernichtete alles. Howe rettete sein unschätzbares Modell, aber wenig mehr.
In dieser Not kam ein Holz- und Kohlenhändler zu ihm und sagte: »Ich will Sie in meinem Hause wohnen lassen und verköstigen und Ihnen 100 Pfund Sterling für die Hälfte Ihres Patentes geben.« Howe stimmte zu. Er richtete eine neue Werkstatt ein — und nach sechs Monaten hatte er eine Maschine vollendet, welche die Nähte zweier wollener Anzüge herstellte — eines Anzugs für den Holz- und Kohlenhändler und eines für ihn selbst.
Seine Aufgabe war gelöst — so meinte er. Er wußte nicht, daß jede neue Idee ihren Weg in die Welt gerade gegen jene Leute zu erkämpfen hat, die den meisten Nutzen von ihr ziehen werden.
Der Kunst des Erfindens muß die Kunst des Verkaufens folgen,
aber Howe wußte das nicht.
Triumphierend lief er mit seiner Nähmaschine zu den Bostoner Schneidern. Sie versuchten sie. Sie bewunderten sie als eine »niedliche Erfindung«, aber sie erklärten: »Wir wollen sie nicht, sie würde unser Geschäft ruinieren.«