Mit 17 Jahren hatte er sich das Telegraphieren beigebracht. Eines Tages, als die Telegraphisten nicht anwesend waren, kam eine wichtige Mitteilung. Er sprang zum Aufnahmeapparat und nahm sie entgegen. Das war zwar gegen die Regel, aber er wurde sofort zum Telegraphisten mit 24 Schilling wöchentlich befördert.

Zwei Jahre später sprang er wieder ein und klärte einen Eisenbahnunfall auf. Auch das war gegen die Regel, aber er wurde dafür zum Sekretär eines Eisenbahndirektors befördert.

Er sparte sein Geld und kaufte Aktien aller möglichen Gesellschaften. Zehn Jahre lang war er Eisenbahnangestellter — der Gehilfe des obersten Betriebsleiters.

Er war voll Initiative. Während andere überlegten, handelte er. Als der Prinz von Wales zum Beispiel Pittsburg besuchte, trat der junge Carnegie rasch auf ihn zu und fragte den Prinzen:

»Möchten Sie gerne einmal auf der Lokomotive fahren?«

So fuhren der künftige König von England und der künftige Stahlkönig vergnügt gemeinsam mit dem Lokomotivführer in dessen Häuschen.

Mit 27 Jahren verdiente Carnegie seine ersten zweihundert Pfund in einer Ölspekulation. Er verdiente noch weit mehr, indem er sich an der Pullman Company beteiligte, die die Schlafwagen auf Eisenbahnzügen eingeführt hatte.

Dann, mit 29 Jahren, kaufte er ein Sechstel Anteile an einem kleinen Eisenwerke, um 1780 Pfund.

Es war eine unbedeutende kleine Eisengesellschaft. Sie zahlte keine Dividenden, sie stand fortwährend am Rande des Bankrotts.

Die anderen Teilhaber gaben die Hoffnung auf — Carnegie kaufte sie aus. Er hielt fest. »Was wir brauchen,« sagte er, »ist mehr Geschäft.« So gab er seine Stellung bei der Eisenbahn auf und wurde Verkäufer der Eisenerzeugnisse.