Rhodes wollte eine Straße nach Norden durch das Land der Matabele legen, und er schickte Jameson aus, um von Lobengula die Ermächtigung hierzu zu erwerben.
Jameson erhielt sie. Erhielt sie nur durch seinen Mut. Niemand, weder ein Weißer noch ein Schwarzer, hatte sich bisher anders als kriechend an Lobengula herangewagt; aber der kleine »Dr. Jim« ging lebhaft auf ihn zu, fühlte seinen Puls und machte ihm eine Morphiumeinspritzung, um einen Gichtanfall zu heilen.
Wieder und immer wieder ging Jameson in den Urwald von Innerafrika, um den Weg für britische Ansiedler zu bereiten. Oft ging er in die Irre, wurde angegriffen und von wilden Bestien bedroht. Aber niemals weigerte er sich, wieder zu gehen, wenn Rhodes einen neuen Plan vorhatte.
Er ging nach Osten in das Gazaland und fügte dem britischen Weltreich ein neues, weites Gebiet hinzu. Das Land, von dem er Besitz ergriff, war um ein Vielfaches größer als ganz Großbritannien.
Jameson kämpfte mit Krüger, mit Negerhäuptlingen, mit unbekannten Gebieten. Wo immer es eine Gefahr oder eine Schwierigkeit gab, Jameson trat ihr entgegen.
1894 kam Jameson nach England. Mehrere Wochen lang war er der Löwe von London. Man veranstaltete ihm Gastmähler und Trinkgelage. Die Königin bewirtete ihn. Er gab seinen Verwandten und Schulfreunden Sektfrühstücke.
Dann eilte er nach Südafrika zurück, raffte 500 Mann zusammen und marschierte gegen Johannesburg. Das war der
»Jameson-Einfall«.
Rhodes und die meisten andern wußten davon. Alle waren sie mit dem Plan einverstanden — bis er mißlang. Dann zogen sie sich nach und nach zurück und ließen die ganze Verantwortung auf Jameson sitzen.
Jameson tat das seinige. Die anderen bekamen kalte Füße, als die Zeit zum Zuschlagen gekommen war.