Wie sie ihm im Leben folgte, folgte sie ihm auch rasch im Tode.
Bald nach seiner Heirat sah Westinghouse einen zweiten Eisenbahnunfall. Zwei Züge waren zusammengestoßen. Die Strecke war eben und gerade. Er fragte, warum der Zusammenstoß erfolgt sei.
»Die beiden Lokomotivführer sahen einander, aber sie konnten nicht anhalten,« sagte der Bahnhofsvorsteher. »Sie hatten zu wenig Zeit. Man kann einen Zug nicht in einem Augenblick bremsen!«
Westinghouse hörte nicht auf, zu fragen: Warum? Er studierte das altmodische Handbremssystem und fand, daß es unzulänglich sei.
Monatelang studierte er das System. Er versuchte es mit einer langen Kette, die der Führer anziehen sollte. Aber das war zu schwerfällig. Er versuchte Dampf, aber der wurde von Hitze und Kälte beeinflußt.
Dann kam ein glücklicher Zufall. Eines Morgens kam eine junge Dame in sein Bureau und versuchte, ihn als Abonnenten auf eine Monatsschrift, genannt »The Living Age« (Das lebende Zeitalter), zu gewinnen. Westinghouse lehnte ziemlich kurz angebunden ab, und traurig wendete sie sich weg. Da bemerkte er, daß sie sanft und schüchtern war, und bedauerte seine Grobheit. Er rief sie zurück und gab ihr acht Schilling.
»Sie können mir Ihre Monatsschrift einige Monate lang schicken,« sagte er.
Bald kam die erste Nummer, und Westinghouse, der niemals viel gelesen hatte, war erstaunt, einen Artikel zu finden, der ihm das Problem der Bremse löste.
Der Artikel hieß »Im Mont Cenis Tunnel«. Er stammte von einem englischen Ingenieur und erzählte, wie der Tunnel durch die Anwendung von Preßluft gegraben worden war.
Der englische Ingenieur (ich wollte, ich wüßte seinen Namen) erzählte, wie die Preßluft dreitausend Fuß weit durch eine Röhre herangebracht und dazu verwendet wurde, um einen Bohrer durch das Felsgestein des Mont Cenis zu treiben.