Weisser Pfeffer.
Feines Pulver. 150–200mal vergr.
Piment, Nelkenpfeffer, Englisch-Gewürz, Neugewürz, ist die vor der völligen Reife gesammelte und getrocknete Frucht eines in Westindien, besonders auf Jamaica cultivirten kleinen Baumes (daher auch der Name Jamaicapfeffer). In ein feines Pulver verwandelt lässt er unter dem Mikroskop erkennen: — 1) einfache, sehr kleine Härchen, auf der Oberhaut der Frucht befindlich. — 2) Grosse bräunliche Oelzellen, aus dem Fruchtgehäuse und der Umgebung des Keimes. Im Fruchtgehäuse stehen sie dicht gedrängt und bilden die halbkugelig hervortretenden Warzen der Oberfläche der ganzen Frucht. Die äusserste Fruchthaut zeigt auch deutlich Spaltöffnungen. — 3) Dickwandige Steinzellen, viele mit verzweigten Porenkanälen. — 4) Spiralgefässtrümmer. — 5) Stärkemehlkörnchen. — 6) Zellen mit dunkelrothem Farbstoff. — 7) Nur bisweilen rhomboëdrische Kalkoxalatkrystalle.
Piment, in feines Pulver verwandelt.
o Oelzellen, st Steinzellen, sp Spiralgefässe, a Stärkemehl.
Da Piment Gerbstoff enthält, so nehmen die Gewebselemente mit stark verdünnter Lösung des Eisenchlorids (Ferrichlorids) befeuchtet eine indigblaue Farbe an.
Gewürznelken (Caryophylli) sind die getrockneten Blüthenknospen des Gewürznelkenbaumes, welcher auf den Molukken einheimisch ist, aber auf anderen Inseln Ostindiens und in Westindien cultivirt wird.
Bei der Prüfung des Gewürznelkenpulvers unter dem Mikroskope vermisst man Stärkemehlkörnchen und dickwandige Gewebezellen. Eine zarte Querschnitte durch den Unterkelch einer Gewürznelke ist in folgender Abbildung ([Fig. 130]) bei 120maliger Vergr. vergegenwärtigt.
Zu der mikroskopischen Untersuchung des Gewürznelkenpulvers verwendet man zunächst das nur mit verdünntem Glycerin gemischte Pulver, dann aber auch zur besseren Examination der Zellen und Gefässe eine Portion des Pulvers, welche mit verdünnter Aetzlauge geschüttelt, in einem Filter gesammelt, mit Wasser abgewaschen und mit Glycerin gemischt ist.