So dachte Klamm, und das freute ihn, das freute ihn sogar so sehr, daß
er Lust hatte, die Droschke zu benutzen, und mit seiner Frau nach
Berlin zu fahren, und dort zu soupieren. Er wußte, daß das ganz in ihrem
Sinne sein werde.

Aber schon war der offenbar schon von ihr vorher abgelohnte Kutscher wieder abgefahren, schon stand sie vor ihm und stieß in einem höchst mißmutigen, sehr unfreundlichen Ton heraus.

„Na, das war eine schöne Enttäuschung — die hättest du mir doch auch ersparen können. Da fahre ich wie in einem Karussel immerfort in der Runde herum, um nun unverrichteter Sache, hungrig, abgespannt und verärgert wieder hier anzukommen.“

Selbst in dem friedfertigsten und selbstlosesten Menschen wird sich ein Gefühl der Entrüstung regen, sobald man ihm Vorwürfe macht, wenn er für seine Handlungsweise ein unbestreitbares Recht besitzt, lediglich Gutes dabei im Auge hatte.

So sagte er mit stark auflehnender Miene: „Ah — lasse doch
Lamentationen, an denen du selbst schuld bist!

„Ich bin der Genarrte! Ich komme höchst abgespannt und sehr hungrig nach Hause, finde niemanden, finde keinen gedeckten Tisch, und erst recht dich nicht, die ich doch von meiner Rückkehr und meinen Wünschen vorzeitig unterrichtet hatte!“ —

Klamm sprach, während er ins Wohnzimmer schritt, und Adelgunde erwiderte, während sie den Mantel löste und ihn auf die Lehne eines Stuhles warf:

„Ich kann doch nicht dafür, daß ich dich nicht traf. Du läßt mich ja gar nicht sprechen, erklären, kommst gleich mit Vorwürfen. Der Zug hatte Verspätung. Als ich mich so rasch wie möglich nach deinem Kontor fahren ließ, warst du schon fortgegangen.“

„Wohlan, Adelgunde! Ich hatte dir aber doch ausdrücklich geschrieben, daß ich zu Tisch kommen werde, daß du mich zwischen sechs und halb sieben erwarten mögest.

„Daß ich, nachdem ich von Mittag vorigen Tages bis jetzt mit geringer Unterbrechung gearbeitet hatte, zu solchen Vergnügungen nicht aufgelegt sein würde, konntest du dir wohl vorstellen. Du denkst aber leider fast immer nur an dich, willst dich mir nicht akkomodieren!“