Adelgunde hatte sich während ihres Mannes Rede in einen Sessel niedergelassen, ihn auch ohne Unterbrechung angehört.

Nun aber hielt es sie nicht ferner, und lang zurückgehaltenes drängte bei dieser Gelegenheit nach Ausdruck.

„Du machst mir die gewohnten, sich in unerträglicher Gleichmäßigkeit wiederholenden Vorwürfe,“ begann sie. „Es geschieht, obschon ich es gut meinte und denke, daß ich wohl auch eine Entschädigung für meine Vereinsamung und dafür verdient hätte, daß du nun gar schon um deiner Zeitungsgeschichten willen die Nächte fortbleibst!

„Ich wollte alles in mir herabdrücken, dir freundlich begegnen, und dich gar aus dem Geschäft abholen!

„Aber da du dich als den Verletzten hinstellst, will ich sprechen!

„Erstens: Ich will nicht mehr hier auf dem Gute wohnen und förmlich verdorren. Der Besitz wurde erworben, damit wir die Sommermonate hier zubrächten, nicht Herbst und Winter, und nicht fortwährend mit deiner Mutter!

„Ich erwarte, daß du mich über deine mir unsympathischen Zeitungs- und Druckgeschichten nicht, wie es schon vielfach geschehen ist, gradezu vernachlässigst. Ich verwünsche den Augenblick, in dem ich dir darin nachgab. Und endlich erwarte ich, daß du für alle Zeiten der koketten Frau nebenan die Absage erteilst, die sie verdient!

„Ich war Zeuge eurer Unterredung, und ich muß gestehen, daß mich dein Liebeswerben empört hat. Es mußte mich doppelt empören, weil du doch erkannt hast, welchen Unwert sie besitzt. Sie gab dir damals einen Korb, und erteilte ihn deshalb, weil sie glaubte, daß dein Glücksstern erloschen sei. Es beweist wenig Selbstgefühl, daß du ihr nach solchen Erfahrungen überhaupt noch einen Blick, geschweige werbende Worte gönnst!

„So, das ist mein Standpunkt, immer derselbe Standpunkt von früher!“

Klamm überlegte, ob und was er auf diese Rede entgegnen sollte.