Ileisa hätte noch mehr fragen mögen. Aber es widerstand ihr, die Neugierige zu spielen. Auch beunruhigte sie der Gedanke, daß sie Klamm begegnen könne. Sie fertigte deshalb die Frau mit einigen Worten ab und schlug einen Seitenpfad ein.

Aber nachdem sie kaum fünfzig Schritt gegangen war, kam Klamm ihr entgegen.

Er schritt nachdenklich einher und sah Ileisa erst, als sie eben in den
Nebenweg einbiegen wollte.

Beide waren verwirrt, fast bestürzt. Aber Klamm faßte sich rasch, lüftete den Hut, und sagte in einem warmen Ton:

„Welch ein abermaliger, glücklicher Zufall, gnädige Frau! Wollen Sie nach Hause? Darf ich Sie begleiten?“

Ileisa hätte lieber „nein“ gesagt, aber sie fügte sich, da sie keinen
Ablehnungsgrund fand, und schloß sich Klamm an.

„Ich hörte eben, daß sich ein Eisenbahnunglück ereignet hat,“ nahm
Ileisa das Wort, um das Gespräch gleich auf ein möglichst unpersönliches
Gebiet zu leiten.

Klamm nickte und berichtete.

Wie immer war, was geschehen, von dem Berichterstatter stark übertrieben; aber es bestätigte sich, daß Klamm, da keine Notleine im Coupé gewesen, letzteres geöffnet und bis zur Maschine geklettert war.

„Das können doch auch nur Sie thun,“ stieß Ileisa unwillkürlich heraus. „Ich würde es vor Angst nicht wagen. Andere würden es auch nicht versuchen —“