Sie nickte ernst.

„Wohlan, ja, sprich, Alfred.“

„Sage mir erst mit einem unverbrüchlichen Wort der Wahrheit, ob du dir in der Ehe mit mir nichts vorzuwerfen hast? Kamst du keinem Mann in deinen Gedanken, keinem durch deine Handlungen entgegen? Ich fordere von dir dieselbe Wahrhaftigkeit, die ich dir eben bewiesen.“

Erst sah sie ihn forschend, mißtrauisch, aber auch ängstlich an, dann erwiderte sie:

„Du weißt, wie ich bin. — Ich interessiere mich für Männer —“

„Das ist keine richtige Antwort, Adelgunde. Ich frage dich auf Ehre und
Gewissen:

„Interessierst du dich nicht in ungewöhnlich starker Weise für Herrn
Arthur von Knoop. Warst du nicht in Paris wiederholt mit ihm zusammen?
Hat er dir nicht Avancen, ja einen Antrag gemacht? Mir ist das von
mehreren Seiten mitgeteilt —“

Adelgunde zuckte zusammen und statt zu antworten, ließ sie sich neben ihm nieder, umschlang seine Knie, sprach auch jetzt nicht, aber weinte und schluchzte bitterlich.

„Ach, was werde ich hören müssen,“ stieß Klamm heraus. Und dann:

„Sprich, was es auch sei. Ich bitte dich, Adelgunde. Es ist bei dir dein bester Freund auf der Welt trotz alledem! Er wird alles verstehen und sicherlich alles — vergeben können.“