"Sieh' einmal, wie Imgjor entzückend ansieht und wie lebhaft sie sich mit dem jungen Grafen Kilde unterhält."

Ach, wenn sie sich doch endlich einmal verliebte und damit auch ihren
Menschenbeglückungskittel abthun würde!"

"Ist's möglich! Imgjor hat sich noch für niemanden interessiert?"

"Doch, einmal! Aber das war nur ein Flämmchen, welches ebenso rasch verglomm, wie's emporgelodert war. Auch spielten andere Dinge mit—"

"Und wer war der Bevorzugte? Wie hieß der Mann, der jedenfalls einen ganz superben Geschmack besaß?"

"Es war irgend einer! Der Name ist gleichgültig. Es war einer, der ihr vormachte, daß er auf nichts Anderes sinne, als die Welt von den Fesseln der Ungleichheit zu befreien. Er verschwand dann und soll sich jetzt in Amerika aufhalten."

"Aber Imgjor ist doch sicherlich von Hunderten umschwärmt worden."

"Ja, fast von allen Männern. Nur einer war ihrer wert. Ein vorzüglicher Mann: Graf Dehn. Aber auch er zog sich aus ihrem Sonnenkreis fort, wenn auch aus anderen Gründen. Er liebte sie über alles und wußte sich nur durch eine Weltreise von seiner Schwermut zu erlösen. Es ist derselbe, der, wie du auf Rankholm hörtest, demnächst von Italien zurückkehrt und uns besuchen will—"

"Ah!? Der Lausitzer Graf! Und wirklich ein so vollendeter Mann?"

"Ja, der liebenswertere, vornehmste Mensch, den ich außer dem Marquis von Curbière kennen gelernt habe."