"Sehr verbunden, Komtesse Lavard! Aber wissen Sie, daß ich leicht eifersüchtig zu werden vermag?" warf Curbière liebenswürdig neckend hin.

Lucile spitzte erst lachend den Mund, dann sagte sie ernst:

"Aber weder in diesem noch in irgend einem anderen Falle wirst du je dazu Ursache haben! Bleibst du mir ein treuer Kamerad, so hast du bei mir auf Felsen gebaut. Wir Lavards—"

In diesem Augenblick wurde Luciles Aufmerksamkeit auf ihre Mutter gelenkt, die so lebhaft mit einem der jungen, zu ihrer Rechten sitzenden Prinzen des Königlichen Hauses sprach, daß die Laute volltönend zu ihnen herüberdrangen.

Sie unterbrach deshalb ihre Rede, und Curbière sagte:

"Wie jung, wie schön ist noch deine Mutter! Lucile. Es ist ein Mirakulum in solchem Alter—"

"Ja, und wie man sie lieben und achten muß!" fiel Lucile ein. "Ich habe erst vor einigen Jahren erfahren, welch' eine große, edle Seele sie besitzt. Sie hatte eine schwere Versuchung zu bestehen, und hat sich unvergleichlich bewährt."

Curbière hörte gespannt zu, dann sagte er unvermittelt:

"Und so fest seid Ihr alle? Auch Imgjor?"

Lucile drehte sich rasch zu ihrem Verlobten um. Ohne daß sie sich
Rechenschaft zu geben vermochte, berührten sie seine Worte.