Imgjor schrak heftig zusammen. Sie dachte an den Ueberfall, und unwillkürlich brachte sie den Besuch mit diesem Geschehnis in Verbindung. Als Imgjor in jener Nacht endlich die Kraft gewonnen, zu schreien, waren zwei zufällig nicht weit vom Parkeingang befindliche Nachtwächter herbeigeeilt und hatten den Strolch verscheucht. Er hatte ihr aber noch zugerufen, daß er sie von neuem zu treffen wissen werde.
"Wie sah er denn aus, Gebine? War's ein großer, starker dunkler Mann?" forschte Imgjor stark erregt.
Gebine nickte.
"Ja! Er hatte ein rotes Tuch um den Hals."
Imgjor fuhr zusammen. So war's also derselbe! Ein rotbraunes Tuch hatte jener in der Nacht getragen.
"Und was sagtest du, Gebine?"
"Ich sagte, Komtesse wären verreist. Sie kämen heut' Abend mit einem
Herrn zurück, mit einem Rittmeister."
"Weshalb sagtest du das? Wie kamst du darauf?" Imgjor sprach's verwundert.
Das Kind richtete einen ängstlichen Blick auf ihre Gebieterin. Sie antwortete nicht.
"Nun? Sprich! Weshalb sprachst du von einem Rittmeister?"