Nur Graf Dehn blieb, durch eine Partie Schach gefesselt, neben der
Gräfin sitzen.

Sie sei noch durchaus nicht schläfrig, sie bitte, ihr Gesellschaft zu leisten, hatte sie erklärt.

Nachdem Graf Dehn als Sieger aus dem Kampfe hervorgegangen war, lehnte sie sich zurück, sah ihn mit dem ihr eigenen forschenden Blick an und warf plötzlich unvermittelt hin:

"Nun, wie sieht's, Graf Dehn? Wer gefällt Ihnen besser, Lucile oder
Imgjor? Nicht wahr, Lucile ist ungewöhnlich schön?"

Graf Dehn bejahte stumm, dann sagte er:

"Um die Komtesse Lucile zu werben, würde, selbst wenn man meinen möchte, ohne sie nicht leben zu können, zwecklos sein. Sie wird niemals einen Mann meiner Art heiraten."

Die Gräfin schärfte erst das Auge in einer Art, als ob sie in des
Sprechers Inneres dringen wolle. Dann sagte sie stark betonend:

"Ist Ihrer Antwort zu entnehmen, daß Ihnen auch Lucile gefährlich werden könnte?"

"Ich kann nur jüngst Gesagtes wiederholen, Frau Gräfin. Ich liebe Komtesse Imgjor leidenschaftlich. Noch will ich einige Zeit prüfen, ich will nicht so leichten Kaufes meine Wünsche begraben. Ist's aber entschieden, werde ich Rankholm verlassen. Ich würde mich innerlich verzehren, sollte ich ferner aussichtslos neben ihr hergehen."

"Seltsam!" stieß die Gräfin heraus. "Was die Männer haben können, das verschmähen sie. Nur das Unerreichbare hat Reize für sie—"