Aber grade ihre Ruhe machte den Mann fast besinnungslos.
„Ja, ja, Du mußt es tragen!“ betonte er roh und höhnisch. „Und das
Bündnis mit mir bereust Du jetzt natürlich, seitdem die Aussichten auf
Geld und Gut geschwunden sind. Nun kenne ich den Grund Deiner Kälte.
Jetzt bin ich Dir nichts mehr! — Natürlich, natürlich, Du kalte,
berechnende Natur!“
„O Du —!“ stieß die Frau heraus, erhob das gesenkte Haupt und sah den Mann mit einem Ausdruck maßloser, mit Ekel und Weh vermischter Verachtung an. Durch diese seine Sprache war das letzte vernichtet, was sie noch in ihrem Herzen für ihn fühlte. Und er wußte auch jetzt durch ihren Blick, daß er sie verloren, daß sie ihn erkannt hatte als das, was er war. Gut, so mochte es denn sein! Er war zum Kampf bereit, aber die Personen, die Mißtrauen und Widerstand in ihrem Innern angeblasen zu solcher Flamme, sollten büßen. Zunächst jedoch noch einem anderen Gedanken folgend, sagte er und drängte seinen Blick in ihre Augen:
„Übrigens noch eins, bevor Fragen solcher Art als völlig nebensächlich zwischen uns erscheinen! Du gabst bisher vor, mich zu lieben. Hast Du mich denn je geliebt?“
„Wozu — das —?“
„Gleichviel — sage auch ich. Ich bitte ja nur, zu antworten! Ich befehle ja nicht!“
„Ich glaubte Dich zu lieben, ja! —“
„Und nun liebst Du mich nicht mehr?“
„Nein!“
Sie sprach's mit grausamer Kälte.