Er warf den Blick über die Gegend; schon begann's heller zu werden, der Morgen regte sich. Er hielt inne und atmete auf — und dann — dann — plötzlich begann von neuem das Jucken, ein solches kitzelndes Jucken, daß dem Manne der Schaum vor den Mund trat, und er wieder wie ein mit Stacheln gepeitschtes Tier weiter seinem Ziele zuraste. — —
* * * * *
In ihrem einstigen Wohngemach im Parterre des Schlosses Holzwerder stand Frau von Tressen und hörte, was ihr Hederich, der eben ins Zimmer getreten war, berichtete.
Der Inspektor sei zu allem bereit, ebenso das Mädchen; die Haushälterin
und der Diener aber wollten erst hören, welche Sicherheit die gnädige
Frau ihnen böte, daß sie nicht wegen ihrer Fahnenflucht zur
Verantwortung gezogen würden.
„Also Pflichtgefühl oder Anhänglichkeit an meinen Schwiegersohn leitet sie nicht?“
„Nein, gnädige Frau! Beide sind Kreaturen, die nur ihren Vorteil im Auge haben. Übrigens — drum und dran — wo wäre der Durchschnitt anders? Frau von Tressen kennen doch die Welt so gut wie ich.“
Die Frau bewegte zustimmend den Kopf; dann sagte sie:
„Ich bin dann dafür, beide abzulohnen. So gut wie sie Tankred verleugnen, können sie auch Untreue gegen mich üben. Ich aber brauche zuverlässige Menschen. Mit welcher Summe glauben Sie, daß wir sie abfinden können?“
Hederich zuckte die Achseln.
„Sie werden, wenn Sie sie nicht in Dienst nehmen, erklären, daß die
Kündigung nur von dem ausgehen kann, der sie verpflichtet hat.“