„Wo kommen Sie denn noch so spät her, und in dem, Wetter, Bartsch?“

Statt zu antworten, machte Bartsch eine geheimnisvolle Miene und schaute sich um wie jemand, der sich durch Sprechen zu verraten fürchtet. Dann sagte er:

„Ist noch heiß Wasser da? Ich möchte einen halben Grog, — und — dann — dann — muß ich Ihnen etwas mitteilen, etwas sehr wichtiges, das keinen Aufschub duldet!“

In Helms Gesicht drückte sich allerlei Mißbehagen aus, aber er ging doch hinter das Buffet, drehte selbst das Gas noch einmal in die Höhe, ließ den Theekessel singen und schickte den Kellner ins Bett.

„Hier! Lesen Sie mal, Herr Helms,“ begann Bartsch, ein Mann, in seiner Erscheinung mehr einem Küster als einem Barbier gleichend, mit ernstem, zuverlässigem Ausdruck und zog, nachdem der Wirt sich zu ihm gesetzt, eine Nummer der Hamburger Nachrichten hervor.

Helms setzte ein Glas aufs Auge, und während er ein
Steckbriefsignalement studierte, beobachtete Bartsch mit größter
Spannung seine Mienen.

„Na? Und?“ setzte Helms arglos an und schnitt mit großer Umständlichkeit die Spitze einer Zigarre ab. „Haben Sie Aussicht, die tausend Mark zu verdienen —?“

„Wir!“, betonte Bartsch mit ruhiger Sicherheit und zeigte mit der Hand nach oben.

Helms zuckte die Achseln. Er verstand nicht.

„Der von Kaub ist der Herr von Brecken, der in dem Steckbrief gesucht wird,“ hub Bartsch an. „Alles stimmt. Merken Sie auf!“ Und nun las er einzeln das Signalement vor, und bei jedem Satz schob er ein „Trifft doch genau zu!“ ein.