„So? Wissen Sie etwas Bestimmtes darüber?“ forschte Grete, den ersteren
Einwand umgehend.
„Er soll ein Versprechen haben von seiner Kousine auf Falsterhof, aber auch bloß ein Versprechen, das an Bedingungen geknüpft ist.“
„In der That? Von wem haben Sie das? Von ihm selbst?“
Hederich verneinte stumm. Er wollte nicht mit der Sprache heraus. Zuletzt ließ er etwas von Frege fallen und ging noch weiter und erklärte, Frege traue Tankred nicht über den Weg.
„Ja, aber weshalb mißtrauen ihm denn die Leute? Ich verstehe nicht,“ betonte Grete, durch die Enttäuschung, die sie empfand, zum Widerstand gedrängt. Sie wollte Gutes hören, und da sie es nicht vernahm, wollte sie es, wie alle Hoffenden, erzwingen.
„Sie meinen — drum und dran —“ entgegnete Hederich ehrlich, — „daß er wenig Herz hat und nur auf seinen Vorteil bedacht ist. Für andere Menschen hat er nichts übrig.“
Grete fand diese Eigenschaft nicht so schlimm. Die Erklärung regte sie nicht auf, sondern beruhigte sie, obschon sie gern gesehen hätte, wenn Hederich von Tankred eingenommen gewesen wäre.
„Na,“ schloß sie nüchtern. „Besser ein Fuchs, als ein dummes Huhn.“
„Ja, — ja — liebes Fräulein, aber es liegt — drum und dran — etwas dazwischen. Das ist das Richtige. Ihre Mama — na ja, sie hat ja eine sehr leichte Hand — aber die hat die schöne Mitte, klug und gut.“
Grete antwortete nicht.