„Warten Sie, alter, guter Hederich —“ sagte sie und schob ihm das Bändchen unter den Rockkragen, — „hier steckt was heraus.“ Und plötzlich ganz unvermittelt: „Wie viel sicheres Einkommen hat Falsterhof, und wie viel unser Gut?“

Darauf mußte Hederich schon antworten, weil er sich in der Rolle des genau Unterrichteten überaus gut gefiel.

„Falsterhof wirst wenigstens hundertzwanzig- bis hundertdreißigtausend Mark jährlich ab, und Holzwerder durchschnittlich, mal mehr, mal weniger, so etwa sechzigtausend Mark.“

„Nicht mehr?“ fragte Grete enttäuscht.

„Nein, mehr nicht, Fräulein, und dann sind da auch noch Zinsen und — und — na, gleichviel —“

Eben waren sie wieder am Gutshof angelangt und nahe Hederichs Haus, das, von Epheu umsponnen und von schönen Bäumen umgeben, einen reizvollen Anblick gewährte.

„Haben Sie nie daran gedacht, zu heiraten, Hederich?“ fragte Grete sinnend.

„Ja, einmal. — Was jetzt die Frau Pastorin ist — unter uns gesagt — die Pastorin Höppner, die hätt' ich gern gehabt, aber sie neigte ja mal zu so was Kirchlichem und zum Pastor. Ja, ja, ist ja auch ein netter Mensch, bloß kein Mann. — Nein, drum und dran — kein Mann. Ich freue mich noch immer, wenn ich sie sehe — ja, das thue ich!“ schloß Hederich, mehr mit sich selbst als mit Grete redend.

„Adieu! Danke, alter guter Hederich!“ sagte Grete. Was sie für ihn empfand, spiegelte sich in ihren Augen wieder.

Und er fühlte es und sagte: