„Ach Hederich — ich weiß es nicht,“ drang's rasch und stöhnend aus ihrem
Munde, und ein hülfloser Ausdruck trat in ihre Züge. Aber es war nur für
Sekunden. Dann war alles wieder verwischt, sie schüttelte den Kopf, in
ihren Mienen lag das alte Phlegma, und sie sagte fast geschäftsmäßig:
„Das ist eben der Kampf bezüglich seiner. Aber es ist doch nicht das
Richtige. Ein Mensch muß wissen, was er will!“
Zum Unglück trat, als Hederich trotz ihrer Äußerungen noch einmal anknüpfen wollte, — so viele, eindringliche, beredte Worte lagen ihm auf der Zunge, — Frau von Tressen ins Gemach, und ihre Unterhaltung ward unterbrochen.
„Da bist Du, Grete. Tankred sucht Dich überall“ rief sie. Und neckend fuhr sie fort:
„Er wird sicher eifersüchtig werden, wenn er erfährt, daß Du so lange mit Hederich in heimlicher Ecke geplaudert hast!“
Grete aber sagte zur höchsten Überraschung beider sehr ernst, fast finster:
„Er hat wirklich auch Ursache, eifersüchtig zu sein! Ich kenne keinen besseren Mann auf der Welt, als Hederich, und ich hätte gleich ja gesagt, wenn er um mich angehalten hätte.“
Nach diesen Worten eilte sie rasch fort.
Nachdem Frau von Tressen sich von ihrem Erstaunen erholt hatte, stieß Hederich, dem's blutrot über das Gesicht gelaufen war, unter Umgehung von Gretes letzten Worten heraus:
„Drum und dran, gnädige Frau, sie hat doch ein gutes Herz. Aber freilich, er, — er wird's nicht ausbilden!“ Nun schritten sie beide nachdenklich, aber mit dann sich rasch wieder glättender Miene auf den Kreis der Gäste zu. —