„Quäl mich nicht,“ flüsterte sie mühsam. „Ich kann dir nichts sagen, ich will nicht. Ich kann dir nur sagen — reise ab, heut oder morgen, und vergiß das, was jetzt ist. Ich kann nicht dir gehören.“
Sie schien trotz der lauen Juliabendluft zu frieren, so zitterte sie. Schwerlich habe ich je eine ähnliche Qual empfunden, wie in diesen Augenblicken. Aber so konnte ich nicht gehen.
„Sag mir jetzt alles,“ wiederholte ich, „ich muß es wissen.“
Sie sah mich an, daß mir alles weh tat. Aber ich konnte nicht anders.
„Rede,“ sagte ich fast rauh, „sonst geh’ ich jetzt im Augenblick zu deinem Vater hinüber.“
Sie richtete sich unwillig auf und war in ihrer Blässe bei dem Dämmerlicht von einer traurigen und großartigen Schönheit. Sie sprach ohne Leidenschaft, aber lauter als vorher.
„Also. Ich bin nicht frei, und du kannst mich nicht haben. Es ist schon ein andrer da. Ist das genug?“
„Nein,“ sagte ich, „das ist nicht genug. Hast du denn den andern lieb? Lieber als mich?“
„O du!“ rief sie heftig. „Nein, nein, ich hab’ ihn ja nicht lieb. Aber ich bin ihm versprochen, und daran ist nichts zu ändern.“
„Warum nicht? Wenn du ihn nicht magst!“